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Der Montags­friseur: Waschen, Schneiden, Babbeln #2

Der Montagsfriseur holt den Kommunalwahlkampf an den Marktplatz: Jeweils montags führen wir ca. 30-minütige Interviews im Friseurstuhl mit den Spitzenkandidat:innen. Das Format ist bewusst authentisch und nahbar: kein Podium, keine Verstärker, direkter Austausch auf Augenhöhe.

Die Babbelbank (transportables Begleit-Möbel der Oberurseler Werkstätten) wird neben bestehende Sitzgelegenheiten gestellt und markiert den Gesprächsraum. Ziel ist es, demokratische Teilhabe im Alltag sichtbar, hörbar und leicht zugänglich zu machen – mittendrin, dort wo Menschen ins Gespräch kommen: beim Friseur. Die Interviews werden mit einer 360-Grad-Kamera aufgezeichnet.

Termine an dem Tag:
09:00 Uhr: Paul Beuter, AfD
10:00 Uhr: Michael Planer, ULO
11:00 Uhr: Elenor Pospiech, SPD

Weitere Hinweise:
Friseur Ruppel, Friseurgeschäft, Zugang über 3 Treppenstufen (kein barrierefreier Zugang möglich). Begrenzte Teilnehmerzahl. Gute ÖPNV-Anbindung (S-Bahn, U-Bahn, Bus). Eintritt frei, Anmeldung erforderlich, Sprache: Deutsch.

Mo 09. Feb

2026

ab 10:00

Uhr

Ort:

Friseur am Marktplatz, Marktplatz 11, 61440 Oberursel

Rückblick

Montagsfriseur am Marktplatz: Drei Gespräche, viele gemeinsame Linien

Am heutigen Montag fand der Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz statt. Beim Friseur Ruppel wurde der Friseurstuhl erneut zum Gesprächsort – im Rahmen der World Design Capital 2026 und mitten im Alltag.
Im Laufe des Vormittags saßen Michael Planer (Unabhängige Liste Oberursel – ULO), Paul Beuter (AfD) und Elenor Pospiech (SPD) nacheinander im Friseurstuhl. Drei Gespräche, drei politische Hintergründe – jeweils im gleichen Rahmen und unter den gleichen Bedingungen.
Gemeinsame Themen
In allen Gesprächen wurde der Marktplatz als zentraler Ort beschrieben: als Treffpunkt, als Herz der Stadt, als Raum für Begegnung. Erinnerungen an Märkte, Feste und alltägliche Wege spielten ebenso eine Rolle wie die Frage, wie Lebendigkeit heute entstehen kann. Deutlich wurde auch: Orte funktionieren dann gut, wenn sie genutzt werden können und regelmäßig Anlass bieten, dort zu sein.
 
Beim Gestalten im Alltag zeigte sich ein gemeinsames Verständnis, dass Beteiligung Zeit, Verlässlichkeit und Erklärbarkeit braucht. Zuhören, Rückmeldung geben und Formate weiterentwickeln wurden mehrfach genannt. Auch die Babbelbank mit ihren Leitbegriffen – Zuhören, respektvoll, Sichtbarkeit, Vielfalt – fand in allen Gesprächen inhaltlichen Anschluss.
Unterschiedliche Blickwinkel
Die Akzente variierten: Planer sprach vor allem über Testphasen, Regelmäßigkeit und wirtschaftliche Entwicklung, Beuter über Erreichbarkeit, Nutzung und informelle Austauschformate, Pospiech über Vereine, flexible Angebote und den Marktplatz als gemeinsames Wohnzimmer.
Babbelbank & Haltung
Die Babbelbank mit ihren vier Leitbegriffen – Zuhören, respektvoll, Sichtbarkeit, Vielfalt – wurde in allen Gesprächen aufgegriffen. Besonders Zuhören und respektvoller Umgang wurden als Grundlage für ein funktionierendes Miteinander benannt.
Fazit
Die Atmosphäre war ruhig, konzentriert und offen. Der heutige Montagsfriseur zeigte, wie unterschiedlich Perspektiven sein können – und wie viel verbindet, wenn Gespräche im Alltag Raum bekommen.
Videos von der Veranstaltung

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Paul Beuter (AfD) auf der Babbelbank.

Paul Beuter (AfD) beim Montags­friseur

Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Paul Beuter (AfD) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo Gespräche sonst ganz selbstverständlich entstehen.

Der Marktplatz

Beuter verbindet den Marktplatz stark mit persönlichen Erinnerungen. Bereits in den 1970er-Jahren sei er hier als Jugendlicher unterwegs gewesen, insbesondere rund um den damaligen Jugendtreff. Auch später blieb der Marktplatz für ihn ein Ort, an dem man sich traf, einkaufte und miteinander ins Gespräch kam. Den Wegfall des Wochenmarkts am Marktplatz beschreibt er als spürbaren Verlust an Lebendigkeit.

„Ich habe hier schon als Jugendlicher viel Zeit verbracht – der Marktplatz war immer ein Treffpunkt.“

Gestalten im Alltag
Gestaltung im Alltag bedeutet für Beuter vor allem Nutzung ermöglichen. Aufenthaltsqualität entstehe dann, wenn Menschen ohne großen Aufwand an einen Ort kommen, dort einkaufen oder verweilen können. Verkehr, Erreichbarkeit und das Zusammenspiel von Parkmöglichkeiten und Handel sieht er als zentrale Faktoren für eine funktionierende Altstadt.
Die Babbelbank

Von den vier Leitbegriffen der Babbelbank hebt Beuter besonders Zuhören hervor. Zuhören sei die Grundlage jeder Kommunikation und Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein Austausch entstehen könne. Ohne echtes Zuhören bleibe jedes Gespräch einseitig.

„Es gibt keinen Austausch, wenn immer nur einer redet – Zuhören ist die Grundlage von allem.“

Über 2026 hinaus
Für eine dauerhafte Gesprächskultur plädiert Beuter für regelmäßige, informelle Austauschformate jenseits der offiziellen Gremien. Er erinnert an frühere Treffen nach Stadtverordnetensitzungen und kann sich auch thematische Foren oder Gesprächsrunden vorstellen, bei denen Politik und Bürger direkt miteinander ins Gespräch kommen.
Mitmachen & Wählen

Beuter betont die Bedeutung persönlicher Verantwortung. Wählen sei ein zentraler Teil demokratischer Beteiligung, darüber hinaus regt er an, sich selbst als Wahlhelfer einzubringen. Wer einmal erlebt habe, wie Demokratie praktisch funktioniere, entwickle ein anderes Verständnis für politische Prozesse.

„Jeder sollte sich einmal als Wahlhelfer engagieren – so erlebt man Demokratie ganz konkret.“

Konkrete Aussagen (Messlatte)
  • Die Belebung des Marktplatzes hängt eng mit der Rückkehr eines funktionierenden Wochenmarkts zusammen.
  • Aufenthaltsqualität entsteht durch einfache Erreichbarkeit und Nutzungsmöglichkeiten für den Alltag.
  • Regelmäßige, informelle Gesprächsformate könnten den politischen Austausch dauerhaft stärken.

Zum Abschluss zeigte sich Paul Beuter überzeugt, dass Demokratie vor allem dort funktioniert, wo Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und miteinander im Gespräch bleiben – auch außerhalb formaler Strukturen.

Video von der Veranstaltung

Interview Paul Beuter, AfD

Elenor Pospiech (SPD) auf der Babbelbank.

Elenor Pospiech (SPD) beim Montags­friseur

Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Elenor Pospiech (SPD) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo Gespräche sonst ganz selbstverständlich entstehen.

Der Marktplatz

Pospiech verbindet den Marktplatz stark mit persönlichen Erinnerungen. Sie beschreibt ihn als Ort der Kommunikation: Einkaufen, Nachbarn treffen, Zeit verlieren dürfen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sich Nutzung und Gewohnheiten verändert haben. Der heutige Wochenmarkt habe sich an anderer Stelle etabliert – nicht aus politischem Willen, sondern aus praktischen Gründen wie Barrierefreiheit und Logistik.

„Der Marktplatz war für mich immer Kommunikation – man kam hin und blieb länger als geplant.“

Gestalten im Alltag
Gestalten heißt für Pospiech, Räume als gemeinsames Wohnzimmer zu denken. Sie kann sich kleinere, flexible Formate vorstellen: eine mobile Bühne, Auftritte von Vereinen, Angebote, die Menschen aus verschiedenen Stadtteilen zusammenbringen. Entscheidend sei, regelmäßig Anlässe zu schaffen, damit der Marktplatz nicht nur Durchgangsraum bleibt.
Die Babbelbank

Von den vier Leitbegriffen der Babbelbank spricht Pospiech besonders Zuhören an, eng verbunden mit respektvoll. Gerade in der Politik sei Zuhören eine Fähigkeit, die man lernen und üben müsse. Respekt bedeute für sie, Sorgen ernst zu nehmen – auch wenn man selbst andere Erfahrungen macht oder nicht jede Lösung sofort parat hat.

„Wenn ich nicht zuhöre, weiß ich gar nicht, wo den Menschen der Schuh drückt.“

Über 2026 hinaus
Damit Beteiligung bleibt, sieht Pospiech vor allem Vereine als Schlüssel. Viele engagierten sich mit großem Einsatz, blieben aber oft unsichtbar. Der Marktplatz könne ein Ort sein, an dem sich Vereine zeigen, vernetzen und mit Politik ins Gespräch kommen – regelmäßig und niedrigschwellig.
Mitmachen & Wählen

Pospiech wirbt dafür, aktiv wählen zu gehen und Verantwortung zu übernehmen. Nichtwählen oder Protestwahlen bedeuteten, Einfluss aus der Hand zu geben. Demokratie funktioniere nur, wenn Menschen sich informieren, Fragen stellen und ihre Stimme bewusst einsetzen.

„Wer nicht wählt, überlässt anderen die Entscheidung.“

Konkrete Aussagen (Messlatte)
  • Der Marktplatz soll als „Wohnzimmer“ mit regelmäßigen, kleinen Formaten belebt werden.
  • Vereine sollen stärker sichtbar gemacht und miteinander vernetzt werden.
  • Beteiligung braucht Zuhören und ernst gemeinte Rückmeldungen aus Politik und Ehrenamt.

Zum Abschluss zeigte sich Elenor Pospiech überzeugt, dass Oberursel von Begegnung lebt – und dass genau solche Gespräche helfen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und mit Zuversicht weiterzudenken.

Video von der Veranstaltung

Interview Elenor Pospiech, SPD

Michael Planer (ULO) auf der Babbelbank.

Michael Planer (ULO) beim Montags­friseur

Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Michael Planer (Unabhängige Liste Oberursel – ULO) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo man sonst ganz selbstverständlich ins Gespräch kommt.

Der Marktplatz

Planer verbindet den Marktplatz mit Begegnung und Lebendigkeit. Erinnerungen an Brunnenfeste, Radrennen und Gastronomie prägen sein Bild. Gleichzeitig sieht er Entwicklungspotenzial, vor allem wenn es darum geht, Aufenthaltsqualität und Verkehr in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.

„Der Marktplatz ist für viele der Einstieg in die Stadt – hier entscheidet sich, wie Oberursel wahrgenommen wird.“

Gestalten im Alltag
Gestaltung bedeutet für Planer, Dinge auszuprobieren. Er plädiert für Testphasen, Mischmodelle und Feedbackrunden, statt für starre Entscheidungen. Veränderungen müssten erklärt, begleitet und nachjustiert werden, damit Akzeptanz entstehen könne.
Die Babbelbank

Von den vier Leitbegriffen spricht ihn besonders Vielfalt an. Planer verweist auf die unterschiedlichen Communities in Oberursel sowie auf Projekte der Inklusion und des Ehrenamts. Diese Vielfalt sei eine Stärke der Stadt und müsse sichtbarer gemacht werden.

„Vielfalt ist etwas, das Oberursel auszeichnet – das darf man ruhig zeigen.“

Über 2026 hinaus

Damit gute Ideen bleiben, betont Planer die Bedeutung von Regelmäßigkeit und Traditionen. Formate sollten nicht einmalig sein, sondern feste Anker im Jahreslauf bilden. Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement und verlässliche Räume für Begegnung seien dafür entscheidend.

„Wenn Formate regelmäßig stattfinden, werden sie Teil des Alltags – und genau das macht sie wirksam.“

Mitmachen & Wählen
Planer wirbt für aktive Beteiligung: Wählen, Nachfragen, Mitreden. Kommunalpolitik sei nahbar, aber erklärungsbedürftig. Parteien und Mandatsträger sieht er in der Verantwortung, komplexe Themen verständlich zu machen und ansprechbar zu bleiben.
Konkrete Aussagen (Messlatte)
  • Aufenthaltsqualität am Marktplatz soll durch flexible Verkehrs- und Nutzungskonzepte verbessert werden.
  • Beteiligungsformate sollen als Testphasen angelegt und mit Feedback weiterentwickelt werden.
  • Wirtschaftsförderung und Abbau von Leerstand sieht Planer als zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.

Zum Abschluss zeigte sich Michael Planer überzeugt, dass Oberursel viele Stärken hat – und dass es darauf ankommt, diese gemeinsam sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.

Video von der Veranstaltung

Interview Michael Planer, ULO