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Vergangener Termin

Der Montags­friseur: Waschen, Schneiden, Babbeln #1

Der Montagsfriseur holt den Kommunalwahlkampf an den Marktplatz: Jeweils montags führen wir ca. 30-minütige Interviews im Friseurstuhl mit den Spitzenkandidat:innen. Das Format ist bewusst authentisch und nahbar: kein Podium, keine Verstärker, direkter Austausch auf Augenhöhe.

Die Babbelbank (transportables Begleit-Möbel der Oberurseler Werkstätten) wird neben bestehende Sitzgelegenheiten gestellt und markiert den Gesprächsraum. Ziel ist es, demokratische Teilhabe im Alltag sichtbar, hörbar und leicht zugänglich zu machen – mittendrin, dort wo Menschen ins Gespräch kommen: beim Friseur. Die Interviews werden mit einer 360-Grad-Kamera aufgezeichnet.

Termine an dem Tag:
14:00 Uhr: Martin Bollinger, CDU
15:00 Uhr: Susanne Herz, Bündnis 90/Die Grünen
16:00 Uhr: Maksym Suray, Jugendrat

Weitere Hinweise:
Friseur Ruppel, Friseurgeschäft, Zugang über 3 Treppenstufen (kein barrierefreier Zugang möglich). Begrenzte Teilnehmerzahl. Gute ÖPNV-Anbindung (S-Bahn, U-Bahn, Bus). Eintritt frei, Anmeldung erforderlich, Sprache: Deutsch.

Mo 02. Feb

2026

ab 14:00

Uhr

Ort:

Friseur am Marktplatz, Marktplatz 11, 61440 Oberursel

Montagsfriseur am Marktplatz: Ein Tag, drei Gespräche

Am heutigen Montag fand der Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz statt. Beim Friseur Ruppel wurde der Friseurstuhl erneut zum Gesprächsort – im Rahmen der World Design Capital 2026 und mitten im Alltag.
Im Laufe des Nachmittags saßen Martin Bollinger (CDU), Susanne Herz (Bündnis 90/Die Grünen) und Maksym Suray, Vorsitzender des Oberurseler Jugendrates, nacheinander im Friseurstuhl. Drei Gespräche, drei Perspektiven – und doch viele gemeinsame Themen.
Gemeinsame Linien
In allen Gesprächen spielte der Marktplatz eine zentrale Rolle: als Ort der Begegnung, des Austauschs und als sichtbares Herz der Stadt. Einigkeit bestand darin, dass Orte nur dann funktionieren, wenn Menschen dort tatsächlich zusammenkommen – durch Märkte, Feste, Angebote oder konkrete Anlässe.
Auch beim Thema Gestalten im Alltag zeigte sich ein gemeinsames Verständnis: Kommunalpolitik wirkt dort am stärksten, wo sie nahbar ist, zuhört und Rückmeldungen ernst nimmt. Beteiligung braucht Verlässlichkeit und Regelmäßigkeit, nicht nur einzelne Aktionen.
Unterschiedliche Blickwinkel
Die Akzente unterschieden sich dennoch. Während Bollinger vor allem Struktur, Regelmäßigkeit und Haushaltsthemen betonte, legte Herz ihren Fokus auf ökologische Aspekte, Aufenthaltsqualität und die Rolle des Ortsbeirats. Suray brachte die Perspektive junger Menschen ein: Erreichbarkeit, sichtbare Erfolge und konkrete Angebote entscheiden darüber, ob Jugendliche sich beteiligen.
Babbelbank & Haltung
Die Babbelbank mit ihren vier Leitbegriffen – Zuhören, respektvoll, Sichtbarkeit, Vielfalt – wurde in allen Gesprächen aufgegriffen. Besonders Zuhören und respektvoller Umgang wurden als Grundlage für ein funktionierendes Miteinander benannt.
Fazit
Der heutige Montagsfriseur zeigte, wie unterschiedlich Demokratie gedacht wird – und wie viel sie verbindet, wenn man sich Zeit für Gespräche nimmt. Ruhig, offen und mit Zuversicht – genau so, wie Austausch am Marktplatz gedacht ist.
Videos von der Veranstaltung

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Martin Bollinger (CDU) beim Montags­friseur

Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Martin Bollinger (CDU) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – dort, wo sonst ganz selbstverständlich geredet wird: beim Friseur.

Der Marktplatz
Für Bollinger ist der Marktplatz vor allem ein Ort des Austauschs mit großer Symbolkraft. Hier komme die Stadt zusammen – bei Festen, beim Markt, im Alltag. Gleichzeitig sieht er den Marktplatz als Teil der gesamten Altstadt, die für Bewohner wie Besucher erreichbar bleiben müsse.
„Der Marktplatz ist ein zentraler Punkt unserer Stadt – mit großer Symbolkraft.“
Gestalten im Alltag
Politik versteht Bollinger auf kommunaler Ebene als besonders nah an den Menschen. Gespräche vor Ort – wie hier im Friseurstuhl – könnten direkt in Entscheidungen einfließen. Bürgerbeteiligung sei dann glaubwürdig, wenn Ergebnisse offen sind und Rückmeldungen tatsächlich berücksichtigt werden.
Die Babbelbank
Von den vier Begriffen der Babbelbank hebt Bollinger besonders respektvoll hervor. Ein respektvoller Umgang sei Voraussetzung für politische Auseinandersetzung – im Wahlkampf ebenso wie danach.
„Respekt beginnt im Alltag – wie man miteinander spricht und wie man mit anderen Meinungen umgeht.“
Über 2026 hinaus
Damit Beteiligung kein Strohfeuer bleibt, plädiert Bollinger für Regelmäßigkeit: Gesprächsformate sollten verlässlich stattfinden, auch jenseits von Wahlkämpfen. Als Idee brachte er ein offenes Demokratieforum ins Gespräch, bei dem Parteien und weitere Gruppen miteinander ins Gespräch kommen.
Mitmachen & Wählen
Bollinger warb dafür, sich einzubringen und wählen zu gehen. Veränderungen entstünden nicht von allein, sondern durch Menschen, die Verantwortung übernehmen – auch im Kleinen.
„Wer sich einbringt, kann etwas bewegen – Kommunalpolitik ist näher dran, als viele denken.“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
  • Verkehr am Marktplatz soll durch bessere Führung entlastet werden, ohne Erreichbarkeit aufzugeben.
  • Bürgerbeteiligung soll ergebnisoffen sein und nicht nur formell stattfinden.
  • Gesprächsformate jenseits des Wahlkampfs könnten das politische Miteinander stärken.

Zum Abschluss zeigte sich Bollinger zuversichtlich für Oberursel und betonte die Bedeutung von Initiativen, die Menschen zusammenbringen und neue Impulse setzen.

Video von der Veranstaltung

Interview Martin Bollinger, CDU

Susanne Herz (Bündnis 90/Die Grünen) beim Montags­friseur

Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Susanne Herz (Bündnis 90/Die Grünen) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo Menschen sonst ganz selbstverständlich miteinander reden.

Der Marktplatz
Für Susanne Herz ist der Marktplatz das Herz der Stadt: ein Ort für Handel, Feste und Begegnung. Sie beschreibt ihn als Platz, an dem man sich kennt, aber auch leicht mit Unbekannten ins Gespräch kommt. Gerade nach den Erfahrungen der Corona-Zeit sieht sie hier einen wichtigen Gegenpol zur Einsamkeit.

„Der Marktplatz ist das Herz der Stadt – ein Ort, an dem man sich trifft und ins Gespräch kommt.“
Gestalten im Alltag
Gestaltung beginnt für Herz bei konkreten Alltagsfragen: Erreichbarkeit, Barrierefreiheit und Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Gruppen. Beim Thema Altstadtmarkt plädiert sie dafür, neuen Formaten Zeit zu geben und Angebot und Nachfrage gemeinsam weiterzuentwickeln. Entscheidend sei, dass Orte regelmäßig genutzt werden können – nicht nur zu besonderen Anlässen.
Die Babbelbank
Von den vier Leitbegriffen der Babbelbank spricht sie besonders Zuhören an. Zuhören bedeute, Anliegen ernst zu nehmen, auch wenn nicht jede Idee sofort umgesetzt werden könne. Wichtig sei, Gedanken mitzunehmen und an anderer Stelle weiterzuverfolgen.

„Zuhören heißt für mich, erst einmal aufzunehmen, was Menschen sagen – auch wenn man nicht alles sofort umsetzen kann.“
Über 2026 hinaus
Damit Beteiligung dauerhaft wirkt, sieht Herz den Ortsbeirat als zentrale Schnittstelle. Sie kann sich regelmäßige Gesprächsangebote vorstellen – etwa feste Zeiten an der Babbelbank oder Sprechstunden an vertrauten Orten wie Marktplatz oder Stadtbücherei. Solche Formate leben vom ehrenamtlichen Engagement und von Verlässlichkeit.
Mitmachen & Wählen
Herz wirbt für Vertrauen in die kommunale Politik. Alle Mitglieder des Stadtparlaments arbeiteten ehrenamtlich und mit großem Einsatz. Wählen bedeute, Verantwortung zu übertragen – und zugleich Teil der demokratischen Gestaltung zu bleiben.

„Wählen heißt, Verantwortung zu übernehmen und der Demokratie Vertrauen zu schenken.“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
  • Der Ortsbeirat soll als regelmäßiger Ort für direkte Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern gestärkt werden.
  • Gesprächsformate wie feste Sprechstunden an der Babbelbank könnten dauerhaft etabliert werden.
  • Maßnahmen zur Aufenthaltsqualität sollen ökologische Aspekte und Nutzung für alle Generationen stärker berücksichtigen.

Zum Abschluss zeigte sich Susanne Herz zuversichtlich, dass Oberursel sich weiterentwickeln kann – wenn Gespräch, Beteiligung und Engagement im Alltag ihren festen Platz behalten.

Maksym Suray (Jugendrat) beim Montags­friseur

Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Maksym Suray, Vorsitzender des Oberurseler Jugendrates, im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – dort, wo Alltag und Gespräch ganz selbstverständlich zusammenkommen.

Der Marktplatz
Wenn Suray an den Marktplatz denkt, fallen ihm zuerst konkrete Anlässe ein: das Brunnenfest und der Markt. Beides sind für ihn Momente, in denen viele Menschen zusammenkommen und ein Ort lebendig wird. Orte funktionieren für Jugendliche dann gut, wenn dort auch tatsächlich etwas passiert.

„Ich gehe nicht einfach irgendwo hin, um da zu sitzen – ich gehe dahin, wo auch etwas ist.“
Gestalten im Alltag
Gestaltung beginnt für Suray mit Erreichbarkeit. Gerade für Jugendliche sei es wichtig, Orte gut mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen zu können. Darüber hinaus brauche es Angebote, die einen Anlass geben, überhaupt zu kommen – Feste, Aktivitäten oder Sport.
Die Babbelbank
Von den vier Leitbegriffen der Babbelbank spricht ihn besonders respektvoll an – dicht gefolgt von Zuhören. In einer Zeit zunehmender Polarisierung sei es entscheidend, offen zu bleiben und andere Meinungen auszuhalten, auch wenn sie weit von der eigenen entfernt sind.

„Man muss erst einmal bei sich selbst anfangen und offen bleiben, auch wenn jemand eine ganz andere Meinung hat.“
Über 2026 hinaus
Der Jugendrat versteht sich für Suray als Übersetzer: Wünsche von Jugendlichen sammeln, bündeln und in die Politik tragen. Nicht jeder wolle oder könne direkt mit Politikerinnen und Politikern sprechen. Dafür brauche es verlässliche Strukturen – und sichtbare Erfolge.
Ein Beispiel dafür ist der Basketballplatz, für den sich der Jugendrat erfolgreich eingesetzt hat. Solche umgesetzten Projekte stärken Vertrauen und Motivation, sich selbst einzubringen.
Mitmachen & Wählen
Auch wenn er selbst noch nicht wählen darf, hält Suray Beteiligung für zentral. Wählen sei ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung – besonders auf kommunaler Ebene. Wer andere motiviere und eigene Anliegen einbringe, könne tatsächlich etwas bewegen.

„Wenn mehr sichtbar wird, was erreicht wurde, bekommen Menschen auch wieder Zuversicht.“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
  • Orte für Jugendliche müssen gut erreichbar sein und einen konkreten Anlass bieten.
  • Der Jugendrat soll als feste Anlaufstelle für Anliegen von Jugendlichen bekannter werden.
  • Sichtbare Erfolge wie der Basketballplatz stärken Vertrauen in Beteiligung und Engagement.

Zum Abschluss zeigte sich Maksym Suray zuversichtlich: Wenn Erfolge sichtbar gemacht werden und junge Stimmen ernst genommen werden, wächst auch die Bereitschaft, sich einzubringen – Schritt für Schritt, mitten im Alltag.

Video von der Veranstaltung

Interview Maksym Suray, Jugendrat