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Der Montagsfriseur: Waschen, Schneiden, Babbeln #3
Der Montagsfriseur holt den Kommunalwahlkampf an den Marktplatz: Jeweils montags führen wir ca. 30-minütige Interviews im Friseurstuhl mit den Spitzenkandidat:innen. Das Format ist bewusst authentisch und nahbar: kein Podium, keine Verstärker, direkter Austausch auf Augenhöhe.
Die Babbelbank (transportables Begleit-Möbel der Oberurseler Werkstätten) wird neben bestehende Sitzgelegenheiten gestellt und markiert den Gesprächsraum. Ziel ist es, demokratische Teilhabe im Alltag sichtbar, hörbar und leicht zugänglich zu machen – mittendrin, dort wo Menschen ins Gespräch kommen: beim Friseur. Die Interviews werden mit einer 360-Grad-Kamera aufgezeichnet.
Termine an dem Tag:
14:00 Uhr: Rupert Köhler, Klimaliste
15:00 Uhr: Dietrich Andernacht, Die Linke
16:00 Uhr: Steffen Veiga Gennert, OBG
17:00 Uhr: Katja Adler, FPD
Weitere Hinweise:
Friseur Ruppel, Friseurgeschäft, Zugang über 3 Treppenstufen (kein barrierefreier Zugang möglich). Begrenzte Teilnehmerzahl. Gute ÖPNV-Anbindung (S-Bahn, U-Bahn, Bus). Eintritt frei, Anmeldung erforderlich, Sprache: Deutsch.
Mo 23. Feb
2026
ab 14:00
Uhr
Ort:
Friseur am Marktplatz, Marktplatz 11, 61440 Oberursel
Rückblick
Montagsfriseur 2026 – Zehn Gespräche am Marktplatz
Der Marktplatz als gemeinsamer Bezugspunkt
Unabhängig von Parteizugehörigkeit wurde der Marktplatz von allen als identitätsstiftender Ort beschrieben. Erinnerungen an Wochenmarkt, Brunnenfeste, sportliche Veranstaltungen oder alltägliche Begegnungen tauchten in fast jedem Gespräch auf. Mehrfach wurde der Wegzug des Wochenmarkts angesprochen – als Symbol für veränderte Nutzung und verlorene Frequenz. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass Lebendigkeit nicht von allein entsteht, sondern Anlass, Erreichbarkeit und Regelmäßigkeit braucht.
Gestalten im Alltag – unterschiedliche Wege, ähnlicher Anspruch
Beim Thema Gestaltung zeigten sich deutliche Unterschiede in den Lösungsansätzen – aber ein ähnlicher Grundgedanke: Entscheidungen sollen nachvollziehbar sein, Beteiligung soll Wirkung entfalten, und politische Prozesse müssen erklärt werden. Ob Klimaanpassung, Rathausstandort, Verkehr, Marktstruktur oder Vereinsarbeit – alle betonten, dass kommunale Politik nah am Alltag ansetzt.
Der Jugendrat brachte dabei eine eigene Perspektive ein: Erreichbarkeit, sichtbare Erfolge und konkrete Angebote sind entscheidend, damit junge Menschen sich beteiligen.
Die Babbelbank als verbindendes Element
Spannbreite statt Einheitsmeinung
Fazit
Zehn Gespräche, ein Ort, ein Format. Der Montagsfriseur hat keine Lösungen vorgegeben, sondern Perspektiven nebeneinandergestellt. Sichtbar wurde, wie unterschiedlich politische Antworten sein können – und wie sehr demokratische Kultur davon lebt, dass Menschen sich Zeit nehmen, zuhören und im Gespräch bleiben.
Videos von der Veranstaltung
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Montagsfriseur am Marktplatz: Vier Perspektiven im Gespräch
Gemeinsame Themen
In allen Gesprächen spielte der Marktplatz eine zentrale Rolle: als identitätsstiftender Ort, als Treffpunkt und als Raum für Begegnung. Erinnerungen an den Wochenmarkt, an Feste und an alltägliche Wege tauchten mehrfach auf. Ebenso deutlich wurde, dass Lebendigkeit nicht von allein entsteht, sondern regelmäßige Anlässe und gute Erreichbarkeit braucht.
Beim Gestalten im Alltag wurde Transparenz mehrfach betont. Entscheidungen sollen nachvollziehbar sein, Beteiligung soll Wirkung zeigen, und Zuhören wurde in allen Gesprächen als Grundvoraussetzung genannt. Auch die Leitbegriffe der Babbelbank – Zuhören, respektvoll, Sichtbarkeit, Vielfalt – fanden inhaltlichen Anschluss.
Unterschiedliche Blickwinkel
Stimmung & Fazit
Die Atmosphäre war konzentriert und sachlich, es wurde aber auch viel gelacht. Unterschiedliche Positionen wurden klar benannt, ohne den gemeinsamen Gesprächsrahmen zu verlassen. Der Montagsfriseur zeigte erneut, wie viel Spannbreite im politischen Denken sichtbar wird, wenn Gespräche im Alltag Raum bekommen.
Videos von der Veranstaltung
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Rupert Köhler (Klimaliste) auf der Babbelbank.
Rupert Köhler (Klimaliste) beim Montagsfriseur
Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Rupert Köhler (Klimaliste) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo Austausch selbstverständlich entstehen kann.
Der Marktplatz
Köhler beschreibt den Marktplatz als identitätsgebenden Ort der Stadt. Er erinnert an frühere Zeiten mit Wochenmarkt und großen Kastanien und sieht im heutigen Zustand noch Potenzial. Der Platz könne wieder stärker belebt werden – durch regelmäßige Angebote, Feste und eine bessere Aufenthaltsqualität.
„Der Marktplatz ist der identitätsgebende Platz für die Stadt.“
Gestalten im Alltag
Für Köhler bedeutet Gestaltung vor allem, Stadtentwicklung langfristig und transparent zu denken. Verkehrskonzepte, Klimaanpassung und Nutzung von Flächen müssten im Zusammenhang betrachtet werden. Große Investitionen sollten aus seiner Sicht nur erfolgen, wenn sie nachvollziehbar und im Gesamtinteresse der Stadt sind.
Die Babbelbank
Von den vier Leitbegriffen spricht ihn besonders Zuhören an. Zuhören sei Voraussetzung für Annäherung, gerade bei unterschiedlichen Meinungen. Auch respektvoller Umgang bedeute, andere Positionen ernst zu nehmen und offen zu bleiben.
„Ohne Zuhören gibt es keine Annäherung.“
Über 2026 hinaus
Dauerhafte Gesprächsformate hält Köhler für wichtig, um politische Themen nicht nur punktuell zu diskutieren. Vereine und Initiativen sieht er als stabile Plattformen, in denen Menschen unterschiedlicher Ansichten gemeinsam aktiv sind. Transparenz bei Projekten und klare Kommunikation seien entscheidend, um Vertrauen zu stärken.
Mitmachen & Wählen
Köhler betont die Bedeutung der Wahl als zentrale Form demokratischer Mitwirkung. Wer wählen geht oder sich darüber hinaus engagiert, beeinflusse die Entwicklung der Stadt unmittelbar. Demokratie lebe vom Mitmachen – auch über Parteien und lokale Initiativen.
„Wählen ist die Möglichkeit, Einfluss auf die Entwicklung der Stadt zu nehmen.“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
- Klimaanpassung und ein stadtweites Verkehrskonzept sollen Priorität erhalten.
- Mehr Begrünung und Entsiegelung am Marktplatz werden als notwendig erachtet.
- Große Investitionsprojekte sollen transparent geprüft und kommuniziert werden.
Zum Abschluss wurde deutlich: Für Rupert Köhler entsteht Demokratie dort, wo Transparenz, Beteiligung und kontinuierlicher Austausch zusammenkommen – auch über einzelne Projekte hinaus.
Video von der Veranstaltung
Interview Rupert Köhler (Klimaliste)
Dietrich Andernacht (Die Linke) auf der Babbelbank.
Dietrich Andernacht (Die Linke) beim Montagsfriseur
Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Dietrich Andernacht (Die Linke) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo Gespräch und Begegnung selbstverständlich entstehen können.
Der Marktplatz
Andernacht verbindet den Marktplatz mit persönlichen Erinnerungen und mit der Zeit, als der Wochenmarkt noch direkt dort stattfand. Er bedauert den Wegzug des Marktes und sieht darin einen Verlust an Frequenz und Aufenthaltsqualität. Der Platz habe das Potenzial, wieder stärker als Treffpunkt genutzt zu werden.
„Der Marktplatz ist ein identitätsgebender Ort für die Stadt.“
Gestalten im Alltag
Gestaltung bedeutet für Andernacht vor allem, Entscheidungen transparent zu treffen und öffentliche Räume funktional zu denken. Beim Thema Rathaus plädiert er für eine Sanierung am bisherigen Standort und für eine langfristige Perspektive statt kurzfristiger Lösungen. Auch beim Verkehr sieht er Bedarf, insbesondere beim Durchgangsverkehr in der Altstadt.
Die Babbelbank
Die vier Leitbegriffe der Babbelbank gehören für ihn zusammen. Zuhören und respektvoller Umgang seien Grundvoraussetzungen für politische Auseinandersetzung. Demokratie lebe davon, dass sichtbar sei, wer entscheidet und wie Entscheidungen zustande kommen.
„Ohne Zuhören gibt es keine Annäherung.“
Über 2026 hinaus
Dauerhafte Beteiligung braucht aus seiner Sicht verlässliche Strukturen. Ortsbeiräte und Ausschüsse seien Orte, an denen Anliegen vorgebracht werden können, auch wenn die Beteiligung bisher überschaubar sei. Transparenz und frühzeitige Information hält er für entscheidend, um Vertrauen zu stärken.
Mitmachen & Wählen
Wählen ist für Andernacht ein grundlegender Bestandteil demokratischer Mitwirkung. Selbst wenn keine Partei vollständig überzeuge, sei es wichtig, sich zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen.
„Ich würde wählen gehen, selbst wenn ich mich für keine Partei entscheiden könnte.“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
- Das Rathaus soll am bisherigen Standort grundlegend saniert werden.
- Durchgangsverkehr in der Altstadt soll reduziert werden.
- Transparenz bei Entscheidungen, insbesondere im Nahverkehr, soll verbessert werden.
Zum Abschluss wurde deutlich: Für Dietrich Andernacht entsteht Demokratie dort, wo Menschen sich informieren, einbringen und im Gespräch bleiben – auch über einzelne Projekte hinaus.
Video von der Veranstaltung
Interview Dietrich Andernacht (Die Linke)
Steffen Veiga Gennert (OBG) auf der Babbelbank.
Steffen Veiga Gennert (OBG) beim Montagsfriseur
Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Steffen Veiga Gennert (OBG) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – dort, wo sonst im Alltag gebabbelt wird.
Der Marktplatz
Veiga Gennert verbindet den Marktplatz mit Kindheitserinnerungen: Fleischwurst von der Metzgerei, Wochenmarkt am Samstag, Begegnungen auf dem Weg durch die Altstadt. Für ihn steht der Platz für Austausch – besonders beim Weinfest, das ohne Beschallung auskommt und trotzdem Menschen zusammenbringt. Den Wegzug des Wochenmarkts sieht er kritisch.
„Der Marktplatz war immer ein Treffpunkt – man ist hierhergekommen und geblieben.“
Gestalten im Alltag
Gestaltung bedeutet für ihn, Dinge auszuprobieren und danach ehrlich auszuwerten. Beim Thema Markt plädiert er für eine Rückkehr zum Samstag am Marktplatz und für neue Lösungen innerhalb der bestehenden Struktur. Verkehr müsse beruhigt, aber nicht komplett ausgeschlossen werden. Ziel sei es, Frequenz und Aufenthaltsqualität gleichermaßen zu sichern.
Die Babbelbank
Von den vier Leitbegriffen spricht ihn besonders respektvoll an. Respekt bedeute, andere Meinungen zu akzeptieren und nicht nur die eigene durchzusetzen. Zuhören sei dafür Voraussetzung.
„Wenn man Respekt hat, sind die anderen Begriffe eigentlich mit enthalten.“
Über 2026 hinaus
Dauerhafte Beteiligung braucht aus seiner Sicht vor allem Menschen, die Verantwortung übernehmen. Ortsbeiräte, Fraktionssitzungen und offene Termine stünden allen offen, würden aber noch zu wenig genutzt. Politik müsse ansprechbar bleiben und sichtbarer erklären, was möglich ist und was nicht.
Mitmachen & Wählen
Wählen ist für Veiga Gennert Ausdruck persönlicher Verantwortung. Wer sich nicht beteiligt, überlasse Entscheidungen anderen. Engagement beginne im Kleinen – durch Gespräche, Rückmeldungen und Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen.
„Welchen Grund gibt es eigentlich nicht zu wählen?“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
- Der Wochenmarkt soll perspektivisch wieder am Samstag auf dem Marktplatz stattfinden.
- Verkehrslösungen sollen erprobt und anschließend gemeinsam bewertet werden.
- Offene Fraktionssitzungen und Ortsbeiräte sollen stärker genutzt und bekannter gemacht werden.
Zum Abschluss wurde deutlich: Für Steffen Veiga Gennert lebt Demokratie davon, dass Menschen miteinander sprechen, Verantwortung übernehmen und den Marktplatz als gemeinsamen Ort weiterentwickeln.
Video von der Veranstaltung
Interview Steffen Veiga Gennert (OBG)
Katja Adler (FDP) auf der Babbelbank.
Katja Adler (FDP) beim Montagsfriseur
Beim Montagsfriseur am Oberurseler Marktplatz nahm Katja Adler (FDP) im Friseurstuhl Platz. Das Gespräch fand im Rahmen der World Design Capital 2026 statt – mitten im Alltag, dort, wo man sonst ganz selbstverständlich ins Gespräch kommt.
Der Marktplatz
Adler verbindet den Marktplatz mit persönlichen Erinnerungen, etwa an den Start ihres ersten Brunnenfestlaufs. Für sie ist er ein sportlicher und sozialer Treffpunkt, geprägt von Festen und Begegnungen. Besonders betont sie die besondere Topografie des Platzes – die Schräge sei charakteristisch und solle erhalten bleiben.
„Der Marktplatz war für mich immer Kommunikation – man kam hin und blieb länger als geplant.“
Gestalten im Alltag
Die Babbelbank
Von den vier Leitbegriffen spricht sie besonders Zuhören an. Zuhören gehe über bloßes Hören hinaus und schließe ein, auch Zwischentöne wahrzunehmen. Für sie ist dies eine grundlegende Kompetenz in einer zunehmend polarisierten Debatte.
„Es wird noch gehört, aber nicht mehr wirklich verstanden.“
Über 2026 hinaus
Mitmachen & Wählen
Wählen ist für Adler ein demokratisches Grundrecht. Wer nicht wählt, verzichte auf die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Gleichzeitig gehöre zur politischen Kultur die Bereitschaft zum Zuhören und zum Kompromiss – auch nach der Wahl.
„Es ist ein Recht – und viele wissen vielleicht gar nicht mehr, wie selbstverständlich es geworden ist.“
Konkrete Aussagen (Messlatte)
- Individuelle Mobilitätsbedürfnisse sollen bei Verkehrsentscheidungen stärker berücksichtigt werden.
- Aufenthaltsqualität am Marktplatz soll durch Schatten- und Trinkmöglichkeiten verbessert werden.
- Beteiligungsformate müssen so gestaltet sein, dass Engagement sichtbare Wirkung zeigt.
Zum Abschluss betonte Katja Adler die Bedeutung des Zuhörens – als Grundlage für demokratisches Miteinander am Marktplatz und darüber hinaus.
Video von der Veranstaltung
Interview Katja Adler (FDP)